Das KulturAtelier in Kassel |
Spaziergang durchs KulturatelierEntführung in ein geheimnisvolles Universum - Eine Theaterpädagogin wartet auf die Ankunft der AkteureDie Hinteransicht vom Hallenbad Mitte in Kassel kennen wohl wenige. Denen, die das Kulturatelier nutzen, ist sie vertraut. Für sie ist der Seiteneingang vom Haus der Begegnung ein festes Ziel. Ein Eingang wie viele, der schnell übersehen wird, abgelenkt von den an der Kreuzung wartenden Autos, abfahrenden Bussen, den Menschen, die am Stern vorbei eilen. Ist man in den Windfang auf der anderen Seite der Glastür eingetreten, verlieren sich die Geräusche der Innenstadt. Hier im Atelier wartet ein buntes Durcheinander ganz anderer Art. In der Mitte sind eine Menge Tische aneinander gereiht. Sie erzählen mit ihren Farbklecksen und Einkerbungen von kreativen Einfällen aber auch vom Warten, dass die Muse doch endlich küssen möge - von Menschen, die Pinsel, Stifte, Keramikwerkzeug zur Hand nehmen und ausprobieren, Texte verfassen und dabei gedankenverloren Bleistiftspuren auf der Tischplatte hinterlassen. Einige Staffeleien stehen umher, jede ist in Gebrauch. An der Wand hängen Portraits, kaschierte, verfremdete und verzerrte, auf der anderen Seite eine Landschaftsansicht, in die man sich hinein träumen möchte. Das Glucksen der Kaffeemaschine holt zurück in den Raum. Über den Tassenrand hinweg fällt der Blick auf Specksteinfiguren und Tonskulpturen auf der Fensterbank. Innehalten in den tiefen Sofakissen. Verteilt im Raum stehen Stühle und Tische besonderer Art, beklebt mit Textfragmenten und Fotografien. Was verbirgt wohl der bodenlange Vorhang, der zwischen dicken Säulen hängt? Hinter dem weißen Stoff geht`s weiter - Parkettfußboden - ein eigener Raum im Raum. Im hinteren Eck stapeln sich Requisiten, darunter unzählige Holzkisten, ein Tisch und Säulen. Über einen Koffer ist eine rote Samtjacke geworfen worden. Obenauf eine aufblasbare Welt, die neue Luft gebrauchen könnte. Die Scheinwerfer an der Wand sind auf die andere Seite im Raum ausgerichtet. Würde der Spot jetzt angehen, wären es nur noch wenige Schritte auf die provisorische Bühne.
Dieser Text ist von Simone Dieling und ist erschienen in der Serpentine 04/2001
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Maske Blauhaus in Tinaia und Theater Chaosium
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Kontext SoziokulturSoziokultur ist ein Begriff, der ein breites und entwicklungsoffenes Feld umschreibt, welches Verknüpfungen von Kultur, Bildung und Sozialem versucht. Die Anfänge der Soziokultur sind zum einen dort zu finden, wo Soziokultur als Begriff seit den 70er Jahren zur Ausformulierung vor allem sozialdemokratischer Kulturpolitik diente. Im Mittelpunkt stand die Erweiterung des traditionellen Kulturverständnisses und eine Öffnung der herkömmlichen Kulturbereiche für alle. Demokratisierung der Kultur, kulturelle Chancengleichheit und die Ermöglichung der Mitbestimmung aller wurden zentrale Begriffe der Kulturpolitik.
Zum anderen liegen die Ursprünge in den Projekten und Initiativen der "freien" und "alternativen" Kultur, die seit Ende der 60er Jahre in der bundesrepublikanischen Kulturlandschaft zu finden sind. Von diesen wurde angestrebt, für, durch und mit Kunst neue Wirkungs- und Praxisfelder zu eröffnen. Die Projekte hatten mitunter zum Ziel, Spielräume im Spannungsfeld von Kultur und Gesellschaft zu erschaffen und angesichts der greifbaren Unwirtlichkeit der Städte, diese in lebendige Kulturlandschaften zu gestalten. In diesem Rahmen entwickelten sich u.a. Kooperationen und neue Arbeitsformen von Künstlerinnen und Künstlern mit unterschiedlichen Zielgruppen. |
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